Interview mit Mike Linke – Empathiesign

In­ter­view mit M.Linke zum The­ma De­sign und Em­pa­thie.

„Wissen, worauf es ankommt.“

Sich in den Kunden hineinversetzen und empathisch aus Produkten Persönlichkeiten kreieren.

TACHELES: Herr Linke, die WLH ist seit 1980 erfolgreich. Gründe dafür?

ML: Wir versetzen uns in unsere Kunden und gehen die Aufgabenstellungen aus deren Perspektive an. Das heißt für uns an erster Stelle: Genau zuhören, einen menschlichen Draht finden, immer das Briefing erfüllen - und am Ende immer noch eins drauf legen.

TACHELES: Ist diese Form der Kundenorientierung das Erfolgsrezept von WLH-Design?

ML: Unsere Fähigkeit, uns voll und ganz auf den Kunden einzustellen, hat sich als Erfolgsrezept herausgestellt. Wir wissen einfach worauf es ankommt. So sind Kunden der ersten Stunde immer noch Partner der WLH. Das Unternehmen COMPO vertraut schon über 2 Jahrzehnte auf uns, auch weil mit unseren Konzepten an keiner Stelle so etwas wie Langeweile aufkommt.

TACHELES: Diese Art von Kundenbetreuung stelle ich mir sehr zeitaufwändig vor. Rechnet sich das am Ende des Tages?

ML: Das lässt sich nicht wirklich in Stundensätze umrechnen. Wenn man aber weiß, wie zeit- und kostenaufwändig Akquise und Neukundengewinnung sind, ist der Aufbau einer langjährigen Kundenbindung die viel bessere, weil nachhaltigere Lösung.

TACHELES: Sie sind 44 Jahre, führen heute die Agentur in zweiter Generation. Wie sind Sie da hineingewachsen?

ML: (lacht) Da habe ich offensichtlich die entsprechenden Gene meines Vaters geerbt. Ich habe ursprünglich meine eigene Agentur unter dem Namen Fachwerk aufgebaut. Nach etwa acht Jahren habe ich unseren heißspornigen Zeitgeist mit den erfolgreichen Erfahrungswerten der WLH verbunden.

TACHELES: Was zeichnet die WLH aus?

ML: Das, was eine gute Agentur ausmacht: Kreativität, Ideenreichtum und die über viele Jahre gewachsene Erfahrung. Die WLH steht für Zuverlässigkeit und sorgfältige, fehlerfreie Abwicklung – von der Idee bis zum fertigen Produkt.

TACHELES: Wodurch unterscheidet sich die WLH von anderen Agenturen?

ML: Ein wesentlicher Punkt ist sicherlich unser Ein-Ansprechpartner-Prinzip.

Unsere Art- und stellvertretenden Art-Direktorinnen und Art-Direktoren betreuen „ihre“ Kunden, vom ersten Briefing an und sie begleiten den Kunden mit dem Projekt über die Creation, bis zur Produktion, ja bis hin zur Vermarktung. Da gibt es keine zwischengeschalteten Kontakter, wie in den meisten anderen Agenturen und damit auch keine Reibungsverluste.

TACHELES: Wie kommen Sie bei Ihren Ansprüchen mit der Zeit zurecht?

ML: Die WLH hat weit über 30 Miteinander-Arbeiter. Das heißt: Wir sind klein genug, um zuverlässige Abläufe zu gewährleisten, zugleich sind wir groß genug, um wirklich Großes zu bewegen.

TACHELES: Was war Ihr größter Erfolg?

ML: Ganz ehrlich: Es gibt nicht DEN EINEN. Ich unterscheide auch zwischen wirtschaftlichen und zwischenmenschlichen Erfolgserlebnissen. Klar, im Idealfall kommt das eine mit dem anderen... - Manchmal aber gibt es auch tolle Dinge, die wir in- , wie extern angestoßen haben, die sich aber nicht unmittelbar in „mehr Geld“ bezahlt machen. Darüber hinaus freuen wir uns über jedes neue Produkt, das seinen Weg ins Regal und von da aus auf den Küchentisch findet. Dass die von uns entwickelten Designs und Verpackungen beim Verbraucher ankommen, ist der offensichtlichste Nachweis unseres Erfolges. Referenzen haben wir mehr als genug!

TACHELES: Und wie oft kommt so etwas vor?

ML: Jährlich etwa 1.000 Mal. Denn so oft sind wir im Durchschnitt im Jahr mit neuen Produkten und Verpackungen im Handel vertreten.

TACHELES: Wie halten Sie es mit der Bürokratie?

ML: Das hört sich nach Schimpfwort an. Tatsächlich kann es, bei aller Kreativität, nicht ohne eine gut organisierte Verwaltung funktionieren. Die Projekte werden professionell gesteuert und überwacht. Unsere Kalkulationen sind kein Fass ohne Boden, sondern genau berechnet und für den Kunden nachvollziehbar.

TACHELES: Wie ist der Ablauf bei der Ideenfindung?!

ML: Bei allen WLH’lern gilt: Erst den Kopf einschalten und dann den Computer.

In vielen Agenturen ist der Tastenschlüssel „copy paste“ das Werkzeug der ersten Stunde. Bei uns entstehen erste Skizzen und Scribbles ganz klassisch mit Papier und Bleistift. Wir denken in Bildern. Die Optik ist das Entscheidende.

TACHELES: Wo kommen die Anregungen und Ideen her?

ML: Ideen entstehen aus den mannigfaltigen Eindrücken und Impressionen, die wir jeden Tag hinzugewinnen und gewonnen haben. Tatsächlich sind alle Kreativen bei der WLH sehr neugierig auf alle Veränderungen im Markt und gehen mit offenen Augen durch die Welt. Ich persönlich liebe es, durch ein Kaufhaus zu streifen oder durch einen Lebensmittelmarkt zu gehen. Ich sehe dann mit Kinderaugen und reagiere ganz emotional auf alles, was mir in den Blick fällt.

TACHELES: Arbeitet die WLH (Kosten-)effizient?

ML: Wir sind ein gut eingespieltes Team. Da kann sich jeder auf den anderen verlassen und auf den Arbeitsschritten der anderen aufbauen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über eine schnelle Auffassungsgabe und viel Erfahrung. Sie sind Spezialistinnen und Spezialisten: Im Marken-Packungsdesign, VKF, klassischer Werbung oder bei der Umsetzung eines Projektes am Computer. Das spart Zeit und damit Geld.

TACHELES: Arbeiten Sie auch mit Freelancern zusammen?

ML: Manchmal kommt das vor. Aber grundsätzlich wollen wir in allen Bereichen autonom sein, weil wir dann für die Qualität garantieren können. Deswegen haben wir unsere eigenen Fotostudios im Haus. Die Fotos sind bei vielen Agenturen eine Engstelle – bei uns nicht.

TACHELES: Wann gehen Sie zufrieden in Ihren Feierabend?

ML: Als Unternehmer kann man naturgemäß nur schwer abschalten. Irgendwie ist man immer mit den anstehenden Projekten beschäftigt. Aber natürlich gibt es in dem Job den Zustand der Zufriedenheit. Wenn die Rädchen ineinander greifen und die Kunden von unseren Ergebnissen begeistert sind und sie Erfolg damit haben. Ein authentisches und ehrlich gemeintes DANKE von Kundenseite motiviert ungemein. Hört sich vielleicht etwas altromantisch an. - Ist aber so.